Ansbach Plus | 28. Mai 2017 AN + | 28.05.2017

„Stolpersteine“ erinnern an Ansbacher Opfer des Naziregimes

avatar

Zum Gedenken an die Ansbacher Opfer des Naziregimes stellt die Stadt Ansbach in diesem Jahr Mittel bis zu 3000.- Euro für die ersten sog. „Stolpersteine“ zur Verfügung. Oberbürgermeisterin Carda Seidel hat Bürgermeister Hannes Hüttinger beauftragt, zusammen mit dem Frankenbund und auch mit den jetzigen Hauseigentümern Vorschläge für die Umsetzung zu erarbeiten, damit mit Hilfe der kleinen, mit Inschriften versehenen Messingplatten die Erinnerung an die Opfer bewahrt werden kann.

Beispiel Stolperstein (Würzburg)

Beispiel Stolperstein (Würzburg)

Im Jahr 1943, also vor 70 Jahren, gab es in Ansbach keine jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger mehr. Einige wenige konnten ins Ausland fliehen oder versteckten sich. Der größere Teil wurde zusammen mit zahlreichen anderen Verfolgten verschleppt. Viele verloren in den Konzentrationslagern zuerst ihre Namen und dann ihr Leben. Das Grauen begann aber nicht erst in Ausschwitz, Dachau oder in anderen Lagern – es begann in unserer Nachbarschaft, vor unserer Haustür.

Demnig, ein Kölner Künstler hatte die Idee, den Menschen, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert worden waren, ihre Namen zurückzugeben. Er erfand die sog. „Stolpersteine“, von denen bisher in Deutschland und Europa über 35.000 Stück in 750 Städten verlegt wurden.

„Stolpersteine“ sollen nun auch in Ansbach ein Zeichen des Erinnerns setzen. Wer unerwartet auf eine dieser kleinen Messingplatten vor einer Hausfassade stößt, soll stehen bleiben, aufmerksam werden und die Inschrift auf dem „Stolperstein“ lesen. Einer oder mehrere Namen, die Geburts- und Todesdaten einer Frau, eines Mannes oder Kindes sollen deutlich machen: hier ist etwas passiert! Die Bewohner des betreffenden Hauses wurden während der Nazizeit verschleppt oder mussten fliehen. Auf diese Weise sollen die individuellen Schicksale von Ansbacher Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit den „Stolpersteinen“ in Erinnerung gerufen und deren Vertreibung oder Ermordung in Konzentrationslagern vor dem Vergessen bewahrt werden.

„Ich hoffe sehr, dass die Stolpersteine auch in unserer Stadt einen Beitrag dazu leisten, dass mit Hilfe der persönlichen Schicksale jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger die Erinnerung wach gehalten und unsere Verantwortung für die Zukunft gestärkt wird“, so Oberbürgermeisterin Carda Seidel.

Quelle: PM Stadt Ansbach (05.03.2013)

Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige
Stadtwerke Ansbach
Anzeige